Schreiadler Winterzug

Telemetrierte Schreiadler ziehen dem Sommer hinterher

Etwa eine Woche später als in den vergangenen Jahren hat der Herbstzug der Schreiadler in ihre Winterquartiere im südlichen Afrika eingesetzt. Die Schreiadlerdamen Karin und Mait haben als erste von fünf in Estland besenderten Schreiadlern die 10.000 km lange Reise angetreten.

Karin und Mait brüten beide seit Jahren in einem entlegenen Waldgebiet nördlich von Tartu, der zweit-größten Stadt in Estland. Karin wurde dort 2011 während der Brut zusammen mit dem Männchen Kaarel telemetriert und beide liefern seither spannende Daten über das Leben eines Schreiadlerpaares. Mait wurde in der gleichen Region im Jahr 2014 telemetriert.

Verfolgen Sie hier den Zug der telemetrierten Schreiadler in Echtzeit.

Die ziehenden Schreiadler sind auf ihrer 10.000 Kilometer langen Reise in den kommenden Wochen zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Eine häufige Todesursache ist leider noch immer die illegale Jagd in den Ländern des Nahen Ostens oder auch in der Türkei. Für junge Schreiadler ist aber auch der Anschluss an erfahrene Altvögel in den kommenden Wochen überlebenswichtig. Das zeigen die neuesten Auswertungen der Telemetriedaten. Zogen Jungadler aus Deutschland allein los, wählten sie häufig die Richtung Süden und verendeten oft zwischen Italien und Afrika im Mittelmeer. Mit erfahrenen Altvögeln ziehende Jungadler flogen dagegen auf dem richtigen Zugweg nach Südosten und erreichten so den Bosporus.

Aktuelle Forschungsergebnisse zum Zug der Schreiadler finden Sie hier.