Flatternd zum „Pilotenschein“

Aus dem possierlichen Küken ist ein „Halbstarker“ geworden, der fleißig Flugübungen anstellt. Noch sehen die flatternde Versuche und Sprünge von Pepe etwas ungeschickt aus, aber im September muss er seinen „Schreiadler-Pilotenschein“ bestanden haben. Denn dann begibt sich der Jungvogel auf die lange und gefährliche Reise ins 10.000 Kilometer entfernte Winterquartier im südlichen Afrika. Die Route über die Südtürkei, Syrien und weiter über den Libanon und Nordägypten gilt als gefährlichster Teil der Route, denn das Wildern und Töten eines Greifvogels ist in diesen Regionen auch heute noch ein „Statussymbol“ und Beweis falsch verstandener Männlichkeit.

Fotowettbewerb: Der Schreiadler im Kamera-Fokus

Jedes Jahr im September machen sich die Schreiadler auf ihren etwa 10.000 km langen Winterzug in das südliche Afrika. Erst im April kehren sie wieder in die Brutgebiete Europas zurück, um von neuem einen Brutplatz zu besetzen, sich zu paaren und, wenn alles klappt, einen Jungvogel groß zu ziehen. Damit die Zeit bis zur Rückkehr der Schreiadler nicht zu lang wird, gestaltet die Deutsche Wildtier Stiftung nun eine Fotoausstellung zum Schreiadler, die zukünftig in ganz Deutschland zu sehen sein soll. Für die Ausstellung sucht die Deutsche Wildtier Stiftung ab sofort die besten Schreiadler-Fotos! Auf den Fotos kann der Schreiadler selbst oder der typische Lebensraum des „Pommernadlers“ zu sehen sein. „Dabei spielt es keine Rolle, ob das Foto in den Sommerlebensräumen in Europa oder im Winterquartier in Afrika entstanden ist“ sagt Dr. Andreas Kinser, der bei der Deutschen Wildtier Stiftung die Schutzprojekte zum Schreiadler koordiniert.

 

Schreiadler sind in Deutschland vom Aussterben bedroht und jeder aufgezogene Jungvogel ist für das Überleben der Art von Bedeutung. Leider geben aber immer wieder Paare die Brut und Aufzucht auf, da sie trotz der versteckten Lage des Horstes im Brutwald gestört werden. Die Deutsche Wildtier Stiftung fordert daher alle Wildtier-Fotografen und Ornithologen dazu auf, beim Beobachten und Fotografieren der Schreiadler die Bedürfnisse des störungsempfindlichen Vogels und die geltenden Regelungen zu den Horstschutzzonen zu beachten. Der Fotowettbewerb der Deutschen Wildtier Stiftung richtet sich daher vor allem an Naturfotografen, die über hochwertige Fototechnik verfügen. Der Einsendeschluss für die Fotos ist der 15. September 2013. Die genauen Teilnahmebedingungen finden Sie hier.

 

Der Wettbewerb und die Fotoausstellung zum Schreiadler finden im Rahmen eines durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Land Mecklenburg-Vorpommern geförderten Projektes zur Sicherung und Optimierung von Lebensräumen des Schreiadlers statt. Mit dem Projekt soll erprobt werden, wie die Bedürfnisse des Schreiadlers in die Land- und Forstwirtschaft integriert werden können.

 

Mehr zum Fotowettbewerb hier…

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Juni-Gewinner stehen fest

10 T-Shirts aus der Meisterwerk-Edition der Deutschen Wildtier Stiftung gibt es monatlich bei unserem Quiz zu gewinnen. Und am Ende des Jahres winkt sogar ein Gutschein im Wert von 250 Euro für Wildtierland – Der OnlineShop der Deutschen Wildtier Stiftung.

Die Juni-Gewinner eines T-Shirts wurden jetzt von unserer Glücksfee gelost und finden Sie hier.

 

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„Pepe“ ist auf Platz eins gelandet!

Sie haben gewählt: Der Nachwuchs im Adlerhorst wird „Pepe“ heißen. Das Schreiadler-Küken hat damit einen international verbreiteten Kose-Namen und weltbekannte Namensvettern: zum Beispiel einen Astronomen aus der Schweiz, einen türkischen Politiker, den Bischof von Las Vegas und natürlich den neuen Münchener Fußballtrainer. Sie heißen ebenfalls „Pepe“. Die Koseform von José (Josef) kommt aus dem Spanischen. Auf dem zweiten Platz liegen „Wilhelm-Alexander“ und auf dem dritten „Truman“. Die Deutsche Wildtier Stiftung bedankt sich bei allen Schreiadler-Fans, die beim Namenswettbewerb mitgemacht haben. Die  Gewinner werden in den nächsten Tagen bekannt gegeben.

Flieg, Schreiadler, flieg!

Wussten Sie, dass der Schreiadler im Flug seine Flügel brettartig ausbreitet und damit ein typisch adlerartiges Flugbild hat? Adler sind grundsätzlich ausgezeichnete Flieger, die ihre Beute meist lebend greifen. Ihre sprichwörtlichen „Adleraugen“ erlauben ihnen, kleinste Bewegungen ihrer Beutetiere aus sehr großen Höhen und unter schwierigen Lichtverhältnissen wahrzunehmen.

 

Der Schreiadler braucht dafür offene Landschaften wie Feuchtwiesen und Weiden, wo er sich sogar noch aus 10 Metern Entfernung kopfüber auf seine Beute stürzt. Der wahre Flugkünstler trägt seine Beute – größtenteils Wühlmäuse und andere Kleinsäuger und in Feuchtbiotopen Amphibien – nicht wie andere Greifvögel mit den Fängen, sondern mit dem Schnabel davon.

 

Allerdings jagt der Schreiadler nicht nur aus dem Suchflug und vom Ansitz, sondern auch zu Fuß. Ähnlich wie der Weißstorch etwa durchzieht er Wiesen und Äcker, um seine Nahrung zu finden.

Wie groß ist der Schreiadler im Vergleich zu anderen Adlerarten?

Wussten Sie, dass der Schreiadler mit etwa 65 cm Größe und einer Flügelspannweite von nur etwa 1,70 Metern der kleinste in Deutschland heimische Adler ist? Der Seeadler gilt mit einer Flügelspannweite von bis zu zweieinhalb Metern hingegen als der größte der vier Adlerarten hierzulande. Seeadler werden bis zu 90 cm groß. Da sie sich hauptsächlich von Fischen und Wasservögeln ernähren, findet man sie vor allem an den Küstengebieten.

 

Auch Steinadler werden im Vergleich zum Schreiadler sehr groß, bis zu 90 cm sogar, wobei das Männchen rund 10 cm kleiner als das Weibchen ist. Ähnlich klein wie der Schreiadler ist hier nur der Fischadler. Er erreicht eine Körperlänge von bis zu 66 cm. Im Gegensatz zu den anderen Adlerarten in Deutschland kann man ihn mit Ausnahme von Australien und der Antarktis auf jedem Kontinent antreffen.

Der kleine Unterschied macht‘s

Nach Schätzungen bliebe der Brutvogelbestand der Schreiadler schon bei einem 7 bis 10 % höheren Bruterfolg, das heißt für Brandenburg bei zwei bis drei erfolgreichen Paaren pro Jahr mehr, in den nächsten fünfundzwanzig Jahren stabil. Schon bei jährlich fünf zusätzlichen Jungvögeln in 25 Jahren wäre ein Bestandsanstieg um die Hälfte zu erreichen. Das sagen jedenfalls die Experten Dr. Jörg Böhner und Dr. Torsten Langgemach.

 

Dennoch ist der Schreiadler hierzulande auf dem absteigenden Ast. In Sachsen-Anhalt hat der Schreiadler im vergangenen Jahr seinen letzten Horst aufgegeben. Somit brüten nur noch in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg die letzten Schreiadler Deutschlands.

Der Name ist Programm

Karl oder Heinz? Eva oder Maria? Der Vorname sollte auf jeden Fall zum Familiennamen passen: Und der ist Schreiadler – oder lateinisch-vornehm Aquila pomarina! „Elvis“ Schreiadler wäre eine Option. Vom Stimmvolumen her gesehen, kann der Jungvogel es noch nicht mit dem legendären Megastar aufnehmen. Aber wenn der „Schrei“ des erwachsenen Adlers dem Tier dann alle Ehre macht, kämen wir der Sache schon näher. Bei „Wilhelm-Alexander“ könnte gekrönten Häuptern in den Niederlanden eventuell ein Zacken aus der Krone springen. Doch die Mitarbeiter der Deutschen Wildtier Stiftung haben den Namen ausgewählt. Auch „Flocke“ und „Pepe“ sowie „Truman“ sind im Rennen. „Truman“ war übrigens Hauptdarsteller in dem Film „Die Truman Show“ – er wusste als einziger nicht, dass der gefilmt wurde…! Erinnert Sie das an das Schreiadler-Küken?
Wählen Sie selbst – bis zum 14. Juli haben Sie zwischen fünf Vorschlägen die Wahl und können dem Küken einen Namen geben.

 

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